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Den Viren an den Kragen

Veröffentlicht: 01.03.2021, Rubrik: Allgemein

Dingolfing-Landau. Die Luftfiltergeräte von Mann+Hummel sind laut – das war die Kritik in der Kreisausschusssitzung, in der ein Gerät zu Testzwecken eingeschaltet war. Dass die Geräte laut sein können, bestätigt auch die Landauer Lebenshilfe, die sich zehn Geräte gekauft hat. Wenn aber die richtigen Geräte in den richtigen Räumen stehen und sie zudem richtig eingestellt sind, ist das nicht mehr so. Das bewiesen bei einem Besuch in Landau Werkleiter Marco Heck und Projektleiter Andreas Mühlbauer.

Über den Nutzen gibt es zumindest in der Lebenshilfe keine Zweifel. Lebenshilfe-Vereinsvorsitzender Udo Egleder stellte Ende vergangenen Jahres noch den Förderantrag und erhielt die Zusage, dass alle Geräte zu 100 Prozent gefördert werden, in diesem Fall Kosten von 29000 Euro. Zu 99,99 Prozent werden Viren, Bakterien und Mikroorganismen aus der Luft gefiltert mit einem hochwertigen Hepa Filter, verspricht der Hersteller, dem bewusst ist, dass es schwierig ist, die Wirkung zu beweisen. "Man sieht nicht, was das Gerät leistet", so Heck. Viren sind nicht sichtbar. Ob diese jetzt in der Luft oder im Filter sind, lässt sich nur anhand von Messungen und Forschungen feststellen.

Ein Institut und die firmeneigenen Untersuchungen haben ergeben, dass praktisch alles, was krankmachen kann, herausgefiltert wird. Eine UV-Lampe tötet dann die eingesammelten Viren. Es werden neben Corona- und Grippeviren auch Pollen herausgefiltert, verspricht der Werkleiter, was ein enorme Erleichterung für viele Allergiker bringen werde. Die Schulleiterin Kathrin Hippmann empfindet es gut, dass die Geräte mit Rollen schnell an die passende Stelle geschoben werden können.

Heck erklärte, dass die Filter hervorragende Qualität haben, weil das Prinzip aus den OP-Sälen übertragen wurde. Mit dem mittleren Gerät werden 950 Kubikmeter Luft in einer Stunde gefiltert. Bei einer Einstellung von 50 Prozent wird dann in einem 70 Quadratmeter großen Raum die Luft bis zu sechsmal komplett gereinigt. Die Lebenshilfe ist überzeugt, richtig gehandelt zu haben. Die Gesundheit der Schüler sei ein sehr wichtiges Gut, erklärte Udo Egleder. Sein Stellvertreter Josef Goldbrunner mochte die ganze Aufregung nicht nachvollziehen: "Ein Kühlschrank ist auch nicht leiser."

Werkleiter Marco Heck erklärte: "Wenn ich mit dem ersten Gang fahre, halte ich es nicht lange aus und das gilt auch für die Luftreinigungsgeräte." Das heißt, wenn das Gerät auf 100 Prozent Leistung eingeschaltet ist, dann ist das für Zeiten, in denen kein Unterricht im Raum ist, durchaus angebracht, für den durchgängigen Gebrauch empfiehlt der Hersteller eine Einstellung von etwa 40 Prozent. Dass 100 Prozent schon laut seien, stellte Udo Egleder fest. Bei den empfohlenen 40 Prozent empfindet Egleder das Brummen jedoch als "Flüstergeräusch".

Der Große Sitzungssaal im Landratsamt sei laut Heck nicht geeignet für die mittelgroße Variante, die auch in der Landauer Lebenshilfe steht. Der Sitzungssaal sei zu groß und deshalb müsse der Raum mit dem größten Gerät der Serie ausgestattet werden, das sei auch bei höherer Leistung leiser und würde dann die Sitzung nicht stören, ist Heck überzeugt.

In der Lebenshilfe stellt sich die Situation eher in die andere Richtung dar. Hier sind manche Klassenräume zu klein für das mittlere Gerät. Andreas Mühlbauer ließ sich von Schulleiterin Kathrin Hippmann die Räume zeigen und erklärte, wo kleinere Geräte mehr Sinn machen. Diese haben zudem den Vorteil, dass sie auch vom Umfang kleiner sind und so den Raum für die Rollstuhlfahrer nicht zusätzlich einengen. Gerne zeigte sich das Unternehmen bereit, die Geräte auszutauschen.

Udo Egleder erklärte, dass er angenehm überrascht war, dass bei diesem Thema die Förderung sehr schnell genehmigt und ausbezahlt wurde, so dass die Geräte schon im Einsatz sind, während sich viele andere Schulen noch mit Testgeräten ein Bild machen und viele Schüler noch nicht in den Genuss der Leistung der Luftfiltergeräte kommen. "Ich wäre happy, wenn die Schulen, in die meine Kinder gehen, die Geräte schon hätten", sagte Marco Heck. Er erwartet, dass sie mehr Konzentration, mehr Leistungsfähigkeit und mehr Gesundheit in den Klassenzimmern ermöglichen.

Bernhard Nadler

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